PV-Anlage zu klein geplant: Thomas’ größter Planungsfehler

Der Text stammt von Thomas, Co-Founder bei HASHLYNK. Er blickt auf die Planung seiner eigenen PV-Anlage zurück und schreibt deshalb ab hier in der Ich-Perspektive.

Wenn ich heute auf die Draufsicht meiner eigenen PV-Anlage schaue, sehe ich zwei Dinge gleichzeitig: eine Anlage, die ihr ursprüngliches Ziel erreicht hat – und Dachfläche, deren Potenzial ich verschenkt habe. Die Südseite ist dicht belegt. Auf der West- und Nordostseite dagegen sind sichtbare Lücken geblieben. Dort hätten noch rund 36 Module Platz gefunden. Je nach Modulwahl wären damit ungefähr 32 kWp möglich gewesen statt der installierten 18 kWp. Kurz gesagt: Ich habe meine PV-Anlage zu klein geplant.

Das war der größte Fehler meiner Planung. Die Anlage funktioniert und erreicht das Ziel, für das sie gebaut wurde. Ich hatte dieses Ziel nur zu eng gesetzt. Diese Erfahrung nehme ich heute in jedes HASHLYNK-Projekt mit.

Was du in diesem Beitrag lernst

  • wie du eine PV-Anlage richtig dimensionieren und eine zu kleine Auslegung vermeiden kannst
  • weshalb zusätzliche Module bei einer Erstinstallation oft günstiger sind als eine spätere Erweiterung
  • wie eine größere Modulfläche Speicher, Wärmepumpe und Netzbezug gerade im Winter beeinflusst
  • wie eine flexibel steuerbare Last zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten für Überschussstrom schafft
Betrachtung Installierte Leistung Einordnung
Umgesetzte Anlage 18 kWp Auf den damaligen Eigenbedarf ausgelegt
Mögliche Vollbelegung ca. 32 kWp Rund 36 zusätzliche Module auf West- und Nordostseite

Zentrale Erkenntnis

Den heutigen Eigenverbrauch als einzigen Maßstab zu nehmen, war mein Fehler. Ich hätte die Vollbelegung des Dachs, die schwachen Wintermonate und die Nutzung des zusätzlichen Überschusses gemeinsam rechnen sollen.

Für wen ist das relevant?

Für alle, die eine PV-Anlage planen oder erweitern und sich fragen, ob sie das Dach mit PV voll belegen sollen.

Das Ziel war richtig, der Maßstab war zu eng

Mein Leitgedanke bei der Planung war „bedarfsgerecht“. Ich hatte mir ein klares Ziel gesetzt: mindestens 80 Prozent weniger Netzbezug. Dieses Ziel habe ich erreicht. Auf dem Papier ist die Anlage damit ein Erfolg.

Trotzdem war die Auslegung rückblickend zu klein. Ich hatte fast ausschließlich in Richtung Eigenverbrauch gedacht: Haushalt, Wärmepumpe und ein Teil des Verbrauchs über den Batteriespeicher. Was ich nicht mitgedacht hatte, war ein zusätzlicher, steuerbarer Verbraucher hinter dem Zähler – also eine Last, die genau dann Leistung aufnimmt, wenn am Standort tatsächlich Überschuss vorhanden ist.

Der Fehler lag also nicht bei der Montage. Ich hatte schlicht angenommen, die passende Anlagengröße ließe sich allein aus meinem damaligen Strombedarf ableiten.

Dach mit PV voll belegen: 18 kWp installiert, rund 32 kWp wären möglich gewesen

Rund 14 kWp ungenutzte Leistung sind kein kleiner Rest. Im Verhältnis zu den installierten 18 kWp hätte fast noch einmal dieselbe Leistung aufs Dach gepasst.

Die fehlenden rund 14 kWp machen sich nicht nur an sonnigen Sommertagen bemerkbar. Ich vermisse sie vor allem bei schwacher Einstrahlung, wenn jede zusätzliche Modulfläche zählt. Und eine Erweiterung ist heute aufwendiger und teurer, als die Module damals gleich mitzumontieren.

PV-Anlage überdimensionieren: Warum ich die größere Anlage heute nicht für riskanter halte

Meine bestehende Anlage wird sich voraussichtlich amortisieren, auch dank der damaligen Förderung. Nach heutiger Rechnung hätte das sehr wahrscheinlich auch für die Vollbelegung gegolten.

Der Grund liegt in der Kostenstruktur einer PV-Anlage. Gerüst, Anfahrt, Planung, Unterverteilung und ein großer Teil der Elektrikerstunden fallen unabhängig davon an, ob am Ende 18 oder 32 kWp installiert werden. Zusätzliche Module und Unterkonstruktion erhöhen die Investition, aber viele Fixkosten werden auf mehr Leistung verteilt. Dadurch sinken häufig die spezifischen Kosten pro installiertem kWp.

Mein Setup inklusive Speicher kostete nach Förderung rund 1.400 Euro pro kWp; gefördert wurden 400 Euro pro kWp. Das sind meine Zahlen, keine allgemeine Preisannahme. Der Effekt ist trotzdem leicht nachvollziehbar: Bei einer späteren Erweiterung fallen manche Planungs-, Montage- und Anschlussarbeiten ein zweites Mal an.

Good to know

Vollbelegung ist keine Faustregel. Dach, Statik, Netzanschluss, Budget und Verbrauch müssen geprüft werden. Mein Rat: Rechne die Vollbelegung wenigstens durch, bevor du dich dagegen entscheidest.

Der Speicher hätte gerade an schwachen Tagen profitiert

Bei meiner aktuellen Anlage gibt es rund 75 Tage im Jahr, an denen die Produktion nicht ausreicht und Strom aus dem Netz bezogen werden muss. Diese Tage liegen vor allem im Winterhalbjahr, bei Bewölkung oder Nebel.

Mehr Modulfläche auf mehreren Himmelsrichtungen hätte die Situation verbessert. Bei diffusem Licht verliert die perfekte Südausrichtung an Bedeutung. Dann zählt vor allem, wie viel aktive Fläche überhaupt Licht in elektrische Energie umwandeln kann. Zusätzliche Module auf West- und Nordostflächen hätten den Speicher an schwachen Tagen häufiger geladen und den Netzbezug weiter reduziert.

Diesen Effekt hatte ich unterschätzt. Eine größere Anlage bringt zwar mehr Sommerüberschuss, hebt aber auch die Erzeugung in Übergangszeit und Winter. Dort hätte mir die zusätzliche Fläche am meisten geholfen.

PV-Überschuss sinnvoll nutzen: Was Bitcoin-Mining verändert

Als ich die Anlage plante, hatte ich Bitcoin-Mining zur Nutzung des Überschusses nicht auf dem Schirm. Mit meinem heutigen Wissen wäre es Teil der Rechnung.

Ein Miner lässt sich auf wenig Raum installieren und in seiner Leistung regeln. Bitcoin-Mining mit PV-Überschuss heißt also nicht, dass das Gerät rund um die Uhr mit voller Leistung läuft. Eine Steuerung folgt dem verfügbaren Überschuss: viel PV-Strom, mehr Leistung; weniger PV-Strom, weniger Leistung oder Pause.

Für meine Anlage hätte das einen weiteren Abnehmer hinter dem Zähler bedeutet. Haushalt und Speicher wären weiterhin zuerst versorgt worden; der übrige Strom hätte den Miner betrieben. Für diese Aufgabe haben wir bei HASHLYNK das HashRack zur wirtschaftlichen Verwertung von Überschussstrom entwickelt.

Für meine Rechnung setze ich für den Mining-Ertrag grob 5 bis 15 Cent pro Kilowattstunde an. Dieser Wert schwankt mit Hardware, Effizienz, Bitcoin-Netzwerk, Marktpreis und Verkaufszeitpunkt. Er ist keine feste Vergütung und muss mit aktuellen Daten neu gerechnet werden.

PV-Einspeisebegrenzung: Warum lokale Verwertung interessant wird

Ein häufiger Einwand gegen größere PV-Anlagen lautet: Was bringt zusätzliche Leistung, wenn der Netzbetreiber die Einspeisung ohnehin begrenzt?

Eine Einspeisegrenze legt fest, wie viel Leistung ins öffentliche Netz fließen darf. Sie sagt aber nicht, dass ich den restlichen Strom am eigenen Standort nicht verbrauchen kann. Nimmt ein steuerbarer Verbraucher den Überschuss hinter dem Zähler auf, bleibt mehr von der eigenen Erzeugung im Betrieb.

Vorher müssen Netzanschluss, Messkonzept, Schutztechnik, elektrische Auslegung und mögliche Melde- oder Genehmigungspflichten geklärt sein. Lokaler Verbrauch hebt diese Anforderungen nicht auf. Die Einspeisegrenze allein sollte aber auch nicht bestimmen, wie groß die PV-Anlage wird.

Miner-Abwärme nutzen: Aus Strom wird zusätzlich Heizwärme

Beim Mining wird nahezu die gesamte eingesetzte elektrische Energie zu Wärme. Diese Miner-Abwärme lässt sich je nach Anlage für Heizung, Warmwasser oder einen passenden Niedertemperaturprozess nutzen.

In meinem Fall hätte ein Miner mit rund 4 kW elektrischer Leistung in der Übergangszeit einen relevanten Teil der Raumwärme bereitstellen können. Bei einer Vorlauftemperatur um 50 °C kann diese Leistung – abhängig von Dämmstandard, Außentemperatur und Heizsystem – grob für etwa 100 m² Heizfläche ausreichen.

Jede Kilowattstunde nutzbarer Wärme hätte gleichzeitig Brennstoffkosten reduziert. In meiner persönlichen Rechnung liegt der Vergleichswert der Pelletsheizung bei etwa 12 Cent pro Kilowattstunde Wärme. Der PV-Überschuss hätte damit zwei potenzielle Wertbeiträge erzeugt: Rechenleistung und vermiedene Heizkosten.

Ob sich das lohnt, hängt vom Temperaturniveau, vom Wärmebedarf zur selben Zeit und von der hydraulischen Einbindung ab. Ohne Abnehmer bleibt es Abwärme. Mit einem passenden Heizsystem ersetzt sie einen Teil der Wärme, die sonst anderweitig erzeugt werden müsste.

Was tun mit PV-Überschuss, wenn der Speicher voll ist?

Was tun mit PV-Überschuss, wenn der Speicher voll ist? An sonnigen Tagen ist mein Speicher geladen, während die Anlage weiter Strom produziert. Und der Bedarf bleibt über die Jahre nicht gleich: E-Auto, Wärmepumpe oder weitere elektrische Verbraucher können das Lastprofil deutlich verändern.

Für den Überschuss kommen mehrere Nutzungen infrage: Einspeisung, Energiegemeinschaft, Direktvermarktung, E-Auto, Speicher oder ein flexibel geregelter Verbraucher. Welche davon passt, hängt vom Standort und vom Zeitpunkt ab. In der Planung würde ich mir deshalb nicht vorschnell eine Option verbauen.

Mining deckt nicht jede Situation ab. Es kann aber dann laufen, wenn nach Eigenverbrauch und Speicher noch Strom übrig ist. Bei HASHLYNK übernimmt der HashLink die automatische Steuerung . Er misst den Überschuss und gibt dem angeschlossenen System entsprechend mehr oder weniger Leistung frei.

PV-Anlage richtig dimensionieren: Was ich heute anders machen würde

Wenn ich dieselbe Anlage noch einmal planen würde, würde ich nicht mit dem aktuellen Verbrauch beginnen, sondern mit dem gesamten technisch nutzbaren Dach. Danach würde ich mehrere Szenarien vergleichen: die minimale Auslegung für den heutigen Eigenverbrauch, eine größere Variante für mehr Ertrag in den schwachen Monaten und die Vollbelegung mit einem Konzept für den zusätzlichen Überschuss.

Konkret würde ich bereits in der ersten Planungsphase folgende Punkte prüfen:

  • Welche Dachflächen sind technisch und statisch nutzbar?
  • Welche Leistung ist heute und bei späterer Elektrifizierung sinnvoll?
  • Wie verändern zusätzliche Module die Erzeugung in Übergangszeit und Winter?
  • Welche Einspeisegrenzen gelten am Standort?
  • Wie können Speicher und steuerbare Lasten zusammenspielen?
  • Gibt es einen nutzbaren Wärmebedarf?
  • Welche Unterverteilung, Schutztechnik und Hydraulik sollten für spätere Ausbaustufen vorbereitet werden?

Diese Fragen früh zu beantworten kostet deutlich weniger, als eine zu klein dimensionierte Anlage Jahre später neu zu planen.

Wie HASHLYNK PV-Überschuss wirtschaftlich verwertet

Bei HASHLYNK beginnen wir deshalb nicht mit der Frage, welcher Miner aufgestellt werden soll. Zuerst sehen wir uns Erzeugung, Verbrauch, Speicher, Einspeisegrenze und Wärmebedarf an. Aus diesen Daten ergibt sich, wie viel Leistung der Standort tatsächlich nutzen kann. Danach planen wir Hardware, elektrische Einbindung, HashLink-Steuerung und – falls die Wärme gebraucht wird – die Hydraulik.

So gehen wir bei 20 kWp genauso vor wie bei 200 oder 2.000 kWp. Die Technik wird größer, die Fragen bleiben dieselben. Mit der kostenlosen HASHLYNK-Standortanalyse prüfen wir, welche Systemgröße zu den gemessenen Überschüssen passt und ob sich das Projekt rechnet.

Fazit: Ich hätte das Dach voll belegen sollen

Meine 18-kWp-Anlage erfüllt das Ziel, für das sie gebaut wurde. Trotzdem würde ich sie heute größer planen. Die freien Flächen auf dem Dach erinnern mich daran, dass eine PV-Anlage nicht nur am aktuellen Eigenverbrauch gemessen werden sollte.

Eine größere Anlage kann die Kosten pro installiertem kWp senken, den Speicher in schwachen Monaten häufiger laden und mehr Energie für E-Auto, Wärme oder Mining liefern. Ob sich die Vollbelegung rechnet, muss man ausrechnen. Ich habe diese Variante damals gar nicht geprüft – das war mein eigentlicher Fehler.

Planst du gerade eine PV-Anlage, lass dir auch die Vollbelegung rechnen. Hast du bereits eine Anlage und noch Platz auf dem Dach, prüfen wir bei HASHLYNK, was eine Erweiterung bringen würde und wie sich der zusätzliche PV-Überschuss vor Ort nutzen lässt.

Mehr zur Auslegung findest du im HASHLYNK-Wissenshub unter Warum PV-Überdimensionierung sinnvoll ist . Was nach dem Mining mit den Erträgen passiert und wie die Wärme in die Rechnung einfließt, steht im Beitrag Wie die Erlöslogik von HASHLYNK-Systemen funktioniert .

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